Schachsoftware

Mit Schachsoftware werden für Schachcomputer, die auch online zur Verfügung stehen, Schachspiele programmiert, die heutzutage sehr leistungsfähig sind. Der durchschnittlich trainierte Spieler wird leider in weniger als fünf Minuten besiegt, die Redaktion musste dies jedenfalls in Tests feststellen.

Verschiedene Programme

Es gibt diverse kostenlose Programme, deren Entwicklung eine inzwischen jahrzehntelange Tradition hat. Erstmals besiegte 1996 ein Schachcomputer einen menschlichen Großmeister, es war die legendäre Partie der IBM-Maschine Deep Blue gegen Garri Kasparow. Die modernen Programme werden von Computerprogrammierern aus Leidenschaft und daher als Open Source entwickelt, sie heißen zum Beispiel Crafty, Fruit, Spike, Houdini oder Glaurung. Sie finden diverse Spiele, wenn Sie danach googeln. Für die Schachsoftware existieren Ranglisten, denn wirklich starke Schachspieler (nicht die Freizeit-Experten, welche die Redaktion nur aufbringen kann) messen sich gern mit Schachsoftware, um diese zu schlagen. Wer ein Beginner oder eingerosteter Schachspieler ist, sich aber vervollkommnen möchte, kann auf einer skalierbaren Engine den Schwierigkeitsgrad einstellen.

Kommerzielle Schachsoftware

Wer wirklich ambitioniert ist, benötigt kostenpflichtige Schachsoftware, mit der Partien analysiert werden können. Züge werden gespeichert, es stehen eine Vielzahl von Lehrbuchstellungen zur Verfügung, sodass ein umfangreiches Training möglich ist. Professionelle Schachspieler bereiten sich so auf Wettkämpfe vor, und auch wer als Junior endlich den Papa besiegen will, kann allabendlich auf diese Weise heimlich üben. Manche Programme wie Rybka kommen dem menschlichen “Schachdenken” sehr nahe und werden auch von Großmeistern zur Analyse genutzt. Die Schachsoftware steht natürlich auch auf Smartphones zur Verfügung, selbstverständlich können auch Menschen auf diese Weise per Fernschach gegeneinander spielen. Mit einem Zuggenerator führt die Schachsoftware beim Spiel Mensch gegen Maschine eine iterative Tiefensuche durch. Diese Suche ist uninformiert, das bedeutet, sie begrenzt die Suchtiefe und sucht schrittweise (iterativ) nach Möglichkeiten in der Breite. Das entspricht der Logik des Schachspiels, die nur eine begrenzte Zahl von Zügen im Vorausdenken zulässt. Die Schachsoftware führt also (im Hintergrund, für den menschlichen Spieler unsichtbar) verschiedene Zugfolgen nacheinander aus und bewertet die dabei erreichbaren Stellungen, die man sich als Blätter eines Suchbaumes vorstellen kann. Jede Stellung wird mit einer Bewertungsfunktion auf ihre Erfolgswahrscheinlichkeit überprüft, die günstigste wird gewählt. Der Computer ist beim heutigen Stand der Prozessortechnik dem Menschen dabei fast zwangsläufig überlegen, es soll jedoch immer noch Personen geben, die auch gegen Schachsoftware ein Spiel gewinnen.